Klartext, Kritik und Perspektiven mit Thüringens Minister Steffen Schütz
23. Juni 2026

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Thomas Geisel im Gespräch mit …“ begrüßte der Europaabgeordnete Thomas Geisel (BSW) am Samstag den Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz (BSW), in seinem Dortmunder Abgeordnetenbüro. Vor zahlreichen Gästen entwickelte sich ein intensiver, offener und zugleich respektvoller Austausch über die politische Situation in Thüringen, die Zukunft des BSW und die aktuellen Herausforderungen innerhalb der Partei.
Von Beginn an wurde deutlich: Die Veranstaltung stand unter dem Zeichen des offenen Dialogs. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die beiden Politiker zu richten. Dabei entstand eine lebhafte Diskussion, die von unterschiedlichen Sichtweisen, ehrlichen Antworten und gegenseitiger Wertschätzung geprägt war.
Steffen Schütz machte deutlich, dass das BSW in Thüringen täglich politische Verantwortung übernimmt und konkrete Politik gestaltet. Als Minister könne er jeden Tag zeigen, dass das BSW nicht nur politische Forderungen formuliert, sondern diese auch in Regierungsverantwortung umsetzt. Anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Arbeit schilderte Schütz die Erfolge, aber auch die Herausforderungen der Regierungsarbeit in Thüringen.
Deutliche Worte fand Schütz zur aktuellen Situation innerhalb der Partei. Nach seiner Darstellung werde der Thüringer Landesverband seit Monaten sowohl öffentlich als auch parteiintern für die sinkenden bundesweiten Umfragewerte verantwortlich gemacht. Gleichzeitig fehle aus seiner Sicht eine umfassende Analyse der tatsächlichen Ursachen für die Entwicklung der Partei. Statt notwendige Schlussfolgerungen aus Wahlniederlagen zu ziehen, würden Verantwortlichkeiten häufig ausgeblendet und bestehende Probleme nicht ausreichend aufgearbeitet.
Im Verlauf des Gesprächs wurden auch strukturelle Herausforderungen innerhalb des BSW thematisiert. Diskutiert wurde unter anderem der Umgang mit Mitgliedsanträgen und Unterstützern, die teilweise über lange Zeiträume hinweg auf Rückmeldungen warten mussten. Ebenso wurde die Frage aufgeworfen, ob der innerparteiliche Umgang und die politische Kultur auf Bundesebene dem Anspruch entsprechen, den das BSW bei seiner Gründung formuliert hatte.
Thomas Geisel warb während der Veranstaltung für einen respektvollen und konstruktiven Umgang innerhalb der Partei. Er betonte die Notwendigkeit, unterschiedliche Positionen zusammenzuführen und den Fokus wieder stärker auf die politischen Inhalte zu richten. Sowohl Geisel als auch Schütz bekannten sich ausdrücklich zu den Grundsätzen und dem Gründungskonsens des BSW.
Ein Schwerpunkt des Abends war die Empfehlung der Dokumentationsreihe „Brombeerland“. Steffen Schütz warb ausdrücklich dafür, sich insbesondere Folge 9 anzusehen. Die Serie gibt Einblicke in die politische Arbeit und die Entstehung der sogenannten Brombeer-Koalition in Thüringen. Nach Ansicht von Schütz vermittelt die Dokumentation wichtige Hintergründe und zeigt, wie politische Verantwortung im Alltag tatsächlich aussieht.
Die Diskussion machte deutlich, dass viele Mitglieder und Unterstützer die aktuellen Herausforderungen des BSW differenzierter betrachten als die häufig verkürzte öffentliche Debatte. Die Frage, ob allein Thüringen für die bundesweiten Entwicklungen verantwortlich gemacht werden könne, wurde von vielen Teilnehmern kritisch hinterfragt. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass eine ehrliche Analyse und ein offener Dialog notwendig sind, um die Partei erfolgreich weiterzuentwickeln.
Am Ende des Abends blieb der Eindruck einer außergewöhnlich offenen und bewegenden Veranstaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten nicht nur spannende Einblicke in die Thüringer Landespolitik, sondern erlebten auch einen politischen Austausch auf Augenhöhe, der zeigte, wie wertvoll direkte Gespräche für eine lebendige Demokratie sind.
Thomas Geisel im Gespräch mit … wird auch künftig Raum für kontroverse Debatten, neue Perspektiven und den direkten Austausch zwischen Politik und Bürgern bieten.
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